Über die Erektion

Der Penis enthält drei schwammartige Gewebe, die Schwellkörper. Zwei befinden sich jeweils seitlich des Penis und der dritte an dessen Unterseite. Der dritte Schwellkörper, der die Harnröhre umschließt, verhindert, dass diese bei der Erek­tion zusammengedrückt wird – sonst wäre kein Samen­erguss (Ejakulation) möglich.

Die Erektion ist ein komplexer Vorgang, bei dem Nerven auf der Ebene des Gehirns, Rückenmarks und Beckens mit Blutgefäßen und Hormonen zusammenspielen. Bei sexueller Stimu­lation sendet das Gehirn Signale aus, sodass die glatte Muskulatur erschlafft, die Arterien im Penis sich erweitern und Blut in die Schwellkörper gepumpt wird. Die Ausdehnung des Gewebes drosselt zugleich den Blutabfluss, da die ableitenden Venen gegen die festen Bindegewebshüllen des Schwellkörpers gedrückt werden. Dadurch steigt der Druck im Organ: Der Penis versteift sich und richtet sich auf.

Wichtige Botenstoffe in diesem Geschehen sind Stickstoffmonoxid (NO) und zyklisches Guanosin-monophosphat (cGMP), die die Erschlaffung der glatten Muskulatur auslösen. Das cGMP wird über das Enzym Phosphodiesterase-5, kurz PDE-5, abgebaut. PDE-5-Hemmstoffe hemmen den Abbau und fördern so den Effekt von cGMP – das Wirkprinzip von Sildenafil und Co.

Früher wurde eine erektile Dysfunktion fast immer als psychisches Problem angesehen. Dieses Bild habe sich mit der Zulassung von Viagra, also Sildenafil, im Herbst 1998 geändert. Heute gelte die ED als degenerative Erkrankung. Bei etwa der Hälfte der Patienten gehen Ärzte von einer rein organischen Ursache aus, bei etwa 20 Prozent soll die Erektionsstörung psychisch bedingt sein und bei circa 30 Prozent gemischt, informiert der Experte für Männerkrankheiten.

Erektionsprobleme als Warnhinweise

Gefäßschäden gehören zu den Hauptursachen einer ED. So macht sich Atherosklerose in den engen Gefäßen des Penis schneller bemerkbar als in den vergleichsweise großen Gefäßen am Herzen. Das bedeutet, dass eine ED ein Frühsymptom einer Herzkrankheit sein kann. Daher gelte der Penis auch als "Wünschelrute für das Koronarsystem des Mannes". Studien zeigen, dass eine Erektions­störung oft zwei bis drei Jahre vor einer Herz-Kreislauf-Erkrankung auftritt. Gleiches gelte für Diabetes mellitus oder eine Depression.

Hilfe bei Erektionsproblemen

Risikofaktoren für eine ED sind – neben höherem Alter – Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Störungen des Fettstoffwechsels. Eine gestörte Erektion kann also ernste innere Erkrankungen anzeigen. Je früher diese erkannt und behandelt werden, umso besser für die Männergesundheit. Auch übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen schaden den Blutgefäßen und fördern Athero­sklerose.

Weitere organische Ursachen sind Operationen im Beckenbereich, zum Beispiel wegen Prostatakrebs, Rückenmarksschäden, zum Beispiel bei Multipler Sklerose, sowie Niereninsuffizienz und Hormonstörungen. Testosteron beeinflusst die Erektion aber nur mittelbar, das heißt, es ist unter anderem verantwortlich für die Schwellkörperfunktion. Testosterongaben alleine bessern eine ED nicht – außer bei einem manifesten Hormondefizit.

PDE-5-Hemmer gegen Potenzstörungen

Klare Spitzenreiter in der medikamentösen Therapie der ED sind heute die PDE-5-Hemmer. Dazu gehören Sildenafil, das seit Mitte 2013 auch als Generikum erhältlich ist, Vardenafil, Tadalafil und Avanafil.

Alle PDE-5-Hemmer wirken an den glatten Muskelzellen des Penis. Da sie den Abbau des Botenstoffs cGMP hemmen, ermöglichen sie die Relaxation der Schwellkörper und erleichtern den Bluteinstrom in den Penis. Sie erzwingen keine Erektion, erleichtern aber die Bereitschaft dazu. Dennoch ist immer eine sexuelle Stimulation notwendig. Die einzelnen Wirkstoffe unterscheiden sich nicht in ihrer Wirkweise, wohl aber in Dosierung und Wirkeintritt (siehe auch Tabelle). Tadalafil wirkt am längsten: Seine Halbwertszeit beträgt 17,5 Stunden.

Die Medikamente in Tablettenform sind hoch wirksam. Bei 80 Prozent der Männer verbessern sie die Erektion; zwei Drittel der Anwender haben wieder erfolgreich Geschlechtsverkehr. Die Medikamente wirken auch bei Männern mit Diabetes-bedingter ED, aber schlechter als bei Patienten mit gesundem Stoffwechsel. Bei Diabetes-Patienten liegen die Ansprechraten bei etwa 60 Prozent. Je länger der Diabetes besteht, umso schlechter wirken die PDE-5-Hemmer.

Hilfe bei Erektionsstörungen

Trotz allgemein guter Verträglichkeit können auch Nebenwirkungen auftreten. Dazu zählen Kopfschmerzen, Flush, verstopfte Nase, Sodbrennen, Benommenheit und Übelkeit. Aus Sicht des Arztes ist wichtig: Sildenafil und Co. behandeln nur ein Symptom, aber nicht die Grunderkrankung. 

Eine wichtige Kontraindikation ist die gleichzeitige Einnahme von Nitraten und Arzneimitteln, die Stickstoffmonoxid freisetzen, da Sildenafil den blutdrucksenkenden Effekt von Nitraten verstärkt. Das gilt auch für Nitro-Spray. Anhaltende Hypotonie, schwere Leber- und Nierenstörungen, bestimmte Augenerkrankungen sowie Herzinfarkt und Schlaganfall in den letzten Monaten zählen ebenfalls zu den Kon­traindikationen. Der Androloge weist darauf hin, dass Patienten, denen aufgrund ihrer geringen Herz-Kreislauf-Belastbarkeit von sexueller Aktivität abzuraten ist, keine PDE-5-Inhibitoren einnehmen sollten.

Die Einnahme von PDE-5-Hemmern

Meistens nimmt der Mann den PDE-5-Hemmer bei Bedarf ein (Ausnahme das Wochenend-Potenzmittel Cialis, das 36 bis 48 Stunden wirkt). Doch was tun, wenn er in der Apotheke ein Rezept, zum Beispiel über rezeptfreies Viagra 50mg, mit der Angabe 1/4 Tablette abends vorlegt?

In diesem Fall hat der Arzt eine "Therapie mit Trainingseffekt" verordnet. Die abendliche Einnahme niedriger Dosen erleichtere nächtliche Erektionen während der REM-Schlafphasen und dies trainiere den Schwellkörper. Nach einigen Monaten merkt der Mann, dass er wieder Morgenerektionen hat. Dann nimmt seine Libido zu. Im Gegensatz zur kontinuierlichen Gabe habe die Einnahme on demand keinen Trainingseffekt und halte die altersbedingte Degeneration der penilen Gefäße nicht auf.

Potenzmittel kaufen

Auch bei Tadalafil ist die tägliche Anwendung zulässig, wenn der Mann das Medikament sehr häufig, das heißt mindestens zweimal pro Woche, anwenden will. Laut Fachinformation kann er dann einmal täglich 2,5 bis 5 mg jeweils zur etwa gleichen Tageszeit einnehmen.

Diese Alternativen gibt es

Aufgrund der guten Wirksamkeit der PDE-5-Hemmer haben andere Therapieoptionen an Bedeutung verloren. Bei leichten nicht-organisch bedingten Störungen kommen mitunter unselektive alpha-Blocker wie Yohimbin, ein Alkaloid aus der Rinde eines westafrikanischen Baums, zum Einsatz. Hier ist Geduld gefragt: Es kann zwei bis drei Wochen dauern, bis eine Wirkung spürbar wird.

Zudem gibt es gut wirksame, nicht-orale Therapien wie die Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT). Dabei injiziert sich der Mann ein Medikament, zum Beispiel das synthetische Prosta­glandin E1 Alprostadil, in den Schwellkörper des Penis (Caverject). In der Folge erschlafft die Penismuskulatur. Etwa 10 bis 15 Minuten nach der Injektion tritt zwingend eine Erektion auf. Die Dosis ist so zu wählen, dass diese nicht länger als eine Stunde anhält. Die Methode wirkt unabhängig von der Ursache der ED, kann aber lokal Schmerzen, Blutergüsse oder auch Dauererektionen (Priapismus) verursachen.

Schwellkörperinjektion bei Erektionsproblemen

Seit Kurzem ist auch eine Alprostadil-haltige Creme (Vitaros) im Handel, die auf die Penisspitze und unter die Vorhaut aufgetragen wird. Ein anderer Weg ist die Applikation eines Alprostadil-Stäbchens aus einem Applikator direkt in die Harnröhre. Das nadellose System heißt MUSE (medikamentöses urethrales System zur Erektion).

Eine nicht-medikamentöse Alternative sind Vakuumpumpen, die auf den Penis aufgesetzt werden und mittels Unterdruck Blut einströmen lassen. Diese wenig charmante Methode kann eine Option für Männer nach radikaler Prostata-Entfernung sein.

Sind alle Maßnahmen erfolglos, können Arzt und Patient ein Schwellkörperimplantat erwägen. Dabei wird der Schwellkörper operativ entfernt und an dessen Stelle ein Implantat eingesetzt, das bei Bedarf mit einer kleinen Pumpe aufgepumpt wird. Etwa 80 Prozent der Patienten und ihrer Partnerinnen sind mit dieser Lösung zufrieden. Das Implan­­tat halte etwa 5-8 Jahre und muss  dann ausgewechselt werden. Rückgängig machen lässt sich der Eingriff aber nicht mehr.

 

Viagra kaufen

Submit your review
1
2
3
4
5
Submit
     
Cancel

Create your own review

Hilfe bei Impotenz erhalten
Average rating:  
 1 reviews
by Reiner on Hilfe bei Impotenz erhalten

Hallo Herr Dr.Bach, vielen Dank für diesen informativen Artikel. Die Seite hier ist eine echte Hilfe und Anlaufstelle, bin regelmässig hier und informiere mich. Schöne Grüße

Zusammenfassung
Über die Erektion
Name des Artikels
Über die Erektion
Beschreibung
Die Erektion und Erektionsstörungen sind ein komplizierter Vorgang. Wir zeigen Ihnen verschiedene Wege zur Hilfe bei Impotenz und bei der erfolgreichen Behandlung von Potenzproblemen. Mehr Infos auf selbsthilfe-impotenz.com!
Author
Veröffentlichung
Selbszhilfe Impotenz
Logo
Responses are currently closed, but you can trackback from your own site.

Comments are closed.